Ebbes vun frieher un heit

Heimatgeschichtliches aus unserer Stadt

Ein Mörscher Maurer aus de braid Gass, Fränznikstraße.

Franz Martin - de rod Franz, weil rodi Hoor, geb. ca. 1872/73.

Das Kalk löschen - heute wird er gebrauchsfertig verkauft. Kalk musste "abgelöscht" werden vor Gebrauch.

Franz musste Kalkstücke vom Kalk-Lieferant kaufen. Diese kamen in einen großen Bottich, mit Wasser gefüllt. Anschließend musste gewartet werden bis diese kochten/quellten. Dazwischen wurde immer wieder aufgerührt. Anschließende "ruhte" der Teig, setzte sich ab (Sand, Steinchen). Ca. 2 bis 3 Tage. Der Kalk war abgelöscht.

Franz gab den Teig in einen Eimer, nahm seinen Rucksack mit "Utensilien", fuhr an seinen Auftragsplatz: Ein großes Zimmer und Hausflur weißeln in Karlsruhe. Er brauchte Wasser, um den Kalkteig einzurühren, bis dieser "streichfähig" wurde, mit der Weißelbürste auf die Wände aufgetragen werden konnte. Somit hatte Franz viel Vorarbeit zu leisten bis er seine Weißelarbeit beginnen konnte.

Die "Dame" des Hauses beäugte Franz ständig (missbilligend) bis er endlich anfing. Sie fragte ihn schließlich, wenn er fertig wäre und wieder ginge? Sofort gab er dem Eimer einen kräftigen Fußtritt, dieser fiel über das ganze Zimmer und lief aus. Er sagte: "I geh glei, bin schu fertig." Nahm Eimer, Rucksack mit Werkzeug und verschwand.

Maria Schweinfurth

Heimatverein Rheinstetten 2016

 

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Maria Schweinfurth mit "Agfa-Box" ca. 1953/54 im Winter Wohnhaus von rod Franz (Franz Martin, geb. ca. 1872/73 mit Familie)

Mündliche Überlieferung von Enkelin Hilda Martin

Heimatverein Rheinstetten, Maria Schweinfurth - 2016/02

Weitere heimatkundliche Literatur des Heimatvereins finden Sie in der Heimatbuchecke der Stadtbibliothek.

Die Rundbriefe des Heimatvereins Rheinstetten zur Stadtgeschichte und Heimatkunde sind im Bürgerbüro erhältlich. Rundbrief 78 ist die Sonderausgabe zu 40 Jahre Rheinstetten. Kostenbeitrag: 2 Euro.

Deftiges aus Großmutters Küche

Gefüllte Rindsrolle

1 1/2 Pfund gut abgehangener Rindsbug oder Schlegel (Schlegel ist das beste), Salz Pfeffer; für die Füllung: 1/2 Zwiebel, Fett, 1 EL Petersilie, 1 abgeriebener, eingeweichter Weck, 1 rohes Ei, 1 gekochtes Ei, Maggi, Muskat, Mehl, Zwiebel, Gelbrübe.

Das Fleisch wird geklopft, gesalzen, mit einer Prise Pfeffer eingerieben und mit folgender Füllung bestrichen: Zwiebel in heißem Fett dämpfen, sodann Petersilie und Weck hinzu geben und alles noch etwas mitdämpfen. Nach dem Erkalten das rohe Ei, Maggi, Muskat und Salz hinzu geben und gut durchrühren. Die Fülle streicht man auf das Fleisch, belegt mit Eierschnitzen, rollt zusammen und bindet wie Rollbraten. Man salzt den Braten, wendet in Mehl und gibt ihn in heisses Fett nebst Zwiebel und Gelbrübe. Man brät zu schöner Farbe, bedeckt und lässt etwa eine 3/4 Stunde durchdämpfen.

 

Kalbsgulasch

1 Pfund Kalbfleisch (Bug), Salz Pfeffer, Butter, 1/2 Zwiebel, Gelbrübe, 2 EL Tomatenmark, Rahm, 1-2 EL Wein.

Das Fleisch wird leicht geklopft, in beliebige Stücke oder Scheiben geschnitten, gesalzen und mit etwas Pfeffer bestreut, in heißer Butter mit Zwiebel und Gelbrübe brät man das Fleisch zu schöner Farbe an. Dann gibt man Tomatenmark dazu und schmort vollends weich. Vor dem Anrichten gibt man noch etwas Rahm und Wein daran.

 

Kartoffel-Fleischküchle

1/2 gedämpfte Zwiebel, 2 EL Petersilie, Salz, Muskat, 1 Pfund frischgekochte, durchgepresste Salzkartoffeln, 1/2 Pfund Hackfleisch.

Sämtliche Zutaten werden zu einem Teig verarbeitet, kleine Küchlein geformt und in heißem Fett zu schöner Farbe gebacken.

 

Zwiebelkuchen von Hefeteig

1 Pfund Zwiebeln, 1/4 Speck, 1 EL Butter, 2 EL Zucker, 2 EL dicker saurer Rahm, 3 Eier,

1/2 TL Salz, 1 EL Mehl.

Die Zwiebeln werden in gleichmäßige schöne Würfel geschnitten und mit Speck und Butter auf der Seite des Herdes zugedeckt weich gedünstet, so dass sie nicht gelb werden. Sodann schlägt man die Eigelb mit Zucker und saurem Rahm dick schaumig, gibt Salz und Mehl dazu und hebt zuletzt den steifen Eierschnee darunter. Man füllt die Masse auf den Teigboden und bäckt 1/2 Stunde zu schöner Farbe.

 

Weck Eierkuchen

3 trockene Brötchen, 1/2 l Milch, Salz, 3 Eier, 1 TL Zucker/1 TL Schnittlauch.

Die Brötchen werden abgerieben und in feine Scheiben geschnitten, mit der kochenden Milch übergossen und zugedeckt 1 Stunde stehen lassen. Danach mischt man 1 Prise Salz, die Eigelb und den sehr steifen Eierschnee darunter. Will man den Pfannkuchen zu Obst geben, gibt man 1 TL Zucker zu. Gibt man zu Salat, dämpft man 1 gehäuften TL Schnittlauch in heißem Fett, am besten Butter. Die Pfannkuchen werden zugedeckt und, wenn sie unten schön gebacken sind, umgekehrt und auf der anderen Seite schön gebacken.

Das Kochbüchlein ist im Rundbrief Nr. 26, April 2002 des Heimatvereins veröffentlicht und von Frau Dr. Ruth Brantley bearbeitet.

 

Kurt Roth, Heimatverein Rheinstetten 2016/1

Heimatgeschichtliches aus unserer Stadt

Em Fenschda

 

Ischs Fenschda uff noot erlebsch allahond. Du heersch un bisch so richdig gschbonnd, wies weidageht,

wu s Gschbräch jetz schdeht.

 

Sie henns vum Wedda!

Nie ischs gut, so wies grad isch!

Mol zu haiß un mol zu kalt,

selde ischs räächt fir jung un alt.

 

Noot heeri noch, e Gricht geht um!

D Lisbeth un de Alfred gehn nach Amerika, er hat jo geerbt un schwanger

isch si a. So gehts weida mitm Schwätze!

 

Un d Polidik, des isch e Thema,

do schaide sich die Gaischda a.

Do haißts:

Die do owwe, die sin schuld!

Doch dät mas selwa bessa mache,

beim Entschaide vun dausend Sache?

 

So e Fenschda isch e Door en d Welt, ma griegt do mit, was schlecht, was gfällt. Doch ob des Fenschda kloi odda groß,

wichdig isch bloß:

Guck durch un mach da selwa dei Bild, noot wersch schnell merke, was jetz gilt!

 

Dieses einfühlsame Mundartgedicht ist aus dem Gedichtband: ,Mei Fensterplatz - en Blick uffs Lewe" von Hilde Grüßinger entnommen.

Dieser wunderbare von Lebensweisheit geprägte Mundartgedichtband ist ein ganz besonderes Weihnachtgeschenk. Das Buch ist erhältlich ab sofort bei der Reginbert-Buchhandlung in Mörsch, Tel.: 07242 - 952275 und dem Geschäft "Struwwelpeter" in Forchheim, Tel.: 0721 - 510516. Es kostet 17,80 €.

 

Kurt Roth

Heimatverein Rheinstetten 2015/26

 

Die Geiß (Ziege) war die Kuh des kleinen (armen) Mannes

Die Ziegenzucht war über Jahrzehnte eine wichtige Voraussetzung, dass arme Familien überhaupt überleben konnten. Sie wurde staatlich geregelt und den Gemeinden als Pflichtaufgaben übertragen. Die Gemeinden hatten dafür Sorge zu tragen, dass immer gesunde Jung- und Altböcke in entsprechender Anzahl zu den im Ort vorhandenen Ziegen im Einsatz zur Erhaltung der nächsten Ziegengeneration vorgehalten wurden.

Der Präsident des Landesbezirks Baden schrieb am 12.06.1952: "Die Ziegenzucht bedarf aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen dringend der Förderung, aus wirtschaftlichen deshalb, weil gerade die minderbemittelte Bevölkerung sich durch die Ziegenhaltung ihre Existenzgrundlage wesentliche verbessern kann und aus sozialen darum, weil die Ziegenhaltung den Züchtern nach des Tages Arbeit Entspannung und Freude bringt und damit auch das Leben bereichert."

Am Stichtag, 3.12.1952, gab es in Mörsch 540, in Forchheim 419 und in Neuburgweier 174 Ziegen. Galt noch im Juni 1959: "Die Ziege hat auch heute noch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Rechnen wir pro Ziege und Jahr eine Milchleistung von 500 kg (das ist die Hälfte einer Herdbuchziege), so ergibt sich nach der Zahl der Ziegen vom 3.12.1958 ein Produktionswert an Milch von 20 Mill. DM. Hinzu käme noch der Anfall von Ziegenfleisch, Schlachtlämmem und Häuten."

Unterstützt wurde z. B. die Gemeinde Mörsch und ihre Ziegenhalter durch den 1954 gegründeten Ziegenzuchtverein. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familien in den folgenden Jahren veränderten sich enorm. Es gab immer weniger Familien die Ziegen züchteten. 1984 war es so weit: Der Ziegenzuchtverein löste sich auf. Die wenigen noch vorhandenen Ziegen wurden mit dem Pkw. zur Deckung nach Muggensturm gefahren. Für Fasenachter (wie die Weierer Geisböck) bieten die im Stadtarchiv vorhandenen Akten über die Ziegenzucht in allen drei Ortsteilen einen hervorragenden Fundus für lustige Büttenreden.

 

Heimatverein Rheinstetten 2015/25

 

Wo dem ,,b" der Schriftsprache ein ,,w" in der Mundart entspricht

Heute habe ich eine Sammlung von Wörtern zusammengestellt, die als spezifische Beispiele für die seit dem Mittelhochdeutschen andersaltige Entwicklung von ,b" und ,w" in Schriftsprache und Mundart gelten können.

a Abend Oowed aber awwer Arbeit Ärwet

graben grawe haben hawwe Kabel Kawel

ä/äu Bärbel Bärwel Säbel Säwel Räuber Raiwer

au glauben glaawe rauben rauwe sauber sauwer

staubig schdaawig Tauben Dauwe Trauben Trauwe

e eben ewwe geben gäwwe heben hewe

kleben klewe Leben Läwe neblig näwwlig

ei bleiben bleiwe Leiber Leiwer reiben reiwe

schreiben schreiwe s'Treibers s Treiwers Weiber Weiwer

i/ie Silben Silwe Silber Silwer Fieber Fiewer

Giebel Giewel lieber liewer sieben siwenne

o/ö Hobel Howwel Kloben Klowe loben lowe

oben owwe tobe dowe Möbel Meewel

Buben Buwe hupen huwe Huber Huwer

Jubel Juwel Kurbel Kurwel Trubel Truwel

ü drüber driwwer Kübel Kiwwel Rüben Riewe

üben iewe übel iwwel übrig iwwerig

 

 

Paul Rimmelspacher - Heimatverein Rheinstetten - 2015/24

 

En schäna Daag

Viel zu erledige,

nix beschenige.

Debei ebbes kaafe

un imma widda laafe.

 

D Luft isch so schdill

un so schäns Wedda.

S isch so, wie ichs will,

alli Leit sin heit viel nedda.

 

Ich will fir de Eikaaf mich entschaide,

doch do debei allen Schdress vamaide.

Rabatte logge, Atraktione, (un schäni Sogge),

Schnäppche un Häppche en vieli Variatione.

 

D Babys schlofe bei dem Getimmel,

sie droime selig noot vum Himmel.

Uff de Schdrooß isch viel zu sähne,

Zaubarer, Gaukler un Jongleur.

En Clown, der heilt gonz echdi Träne,

sei Herz isch voll, sei Kopf isch leer.

 

Awwa gonz schnell alles ausenonna geht,

bloß noch de Clown älloi do schdeht.

Er iwwalegt: "Wass mach ich bloß?

Ich häbs, ich hol ma vun de Schdrooß,

alli Kinna, die ich finn

un mach mit dänne simselabim."

 

Gsagt un gmaacht, dann hat ers gschafft,

er hat gebraucht sei gonzi Kraft.

De Clown, der isch jetz ziemlich froh,

des isch sei hegschtes Lebensmotto.

Onnari Mensche glicklich zu mache

un des mit megtichscht oifachi Sache.

 

Jetz bin i mied vum Kaaf un de Schdadt,

jeda Mensch so sei Vorliebe hat.

Ich geh noch e Weil en de ruhige Wall,

gschafft isch heit gnuug, uff jeden Fall.

 

Ich sieh Aiche, Esche, Erle un Birke,

sieh Ahorn un Wachholda, der bei Kronkhait duut wirke.

Die Schdilie do, die macht mi froh

un de Wall un d Bääm jo sowieso.

 

En schäna Daag isch jetz vabei,

gschehne isch so Allalei.

 

Hilde Grüßinger

Heimatverein Rheinstetten e.V.

 

Liewer ins Wirtshaus als ins Gottshaus!

Ein großer Übelstand in der Pfarrei besteht darin, dass die Männerwelt nicht zum Gottesdienst geht. Allerdings trägt die leidige Sonntagsarbeit und die Nachtschichten in den Fabriken viel bei, aber manche, die Zeit hätte, kamen auch nicht.

Was den Sakramentenempfang, so beichteten auch dieses Jahr (trotz Aushilfe) keine zwanzig Männer in der Adventszeit, dagegen etwas mehr Frauen als früher.

Fleißig, leider sehr fleißig sind dafür die Jungfrauen im Besuch des Wirtshauses und des Tanzbodens. Sobald sie nicht mehr in die Fortbildungsschule müssen, halten es viele für Pflicht jeden Sonntag (auch nachts) ins Wirtshaus zu gehen, womöglich in Begleitung! Von den christenlehrpflichtigen Jünglingen schweigt des Sängers Höflichkeit! Ein Blick in die Standesbücher, besonders ins Familienbuch zeigt die Folgen dieser „Mode".

Aber mit 15 Jahren ins Wirtshaus, mit 16 eine Bekanntschaft, natürlich Tanz, das ist das Ideal eines Fabrikmädchens und Brauch und Mode und wer da nicht mitmacht, ist eine „Betschwester". Und leider sind die Frauen und Mütter oft noch jene, welche ihre „hoffnungsvollen" Töchter fortschicken ins Wirtshaus zum Tanz. Doch sind es gewöhnlich die gleichen Kinder aus den Familien und es dürfte interessant sein (bei Ausstellen von Leumundungszeugnissen, Gefängnisberichten etc.), diese Familien zu kennen.

Deshalb habe ich eine Liste der Tanzmädchen angelegt und bei den Mädchen, die schon öfters getanzt haben, auch im Familienbuch einen Vermerk mit Blaustift (T = Tanz) gemacht. Dies wurde auch in der Kirche bekannt gegeben.

In der anschließenden Aufzeichnung der Namen der Betreffenden würde wohl mancher Forchheimer u. U. auch seine Vorfahren

wiederfinden.

Schilderungen eins Ortsgeistlichen aus Forchheim um 1899/1900 auszugsweise zitiert aus der Broschüre von Bruno Essig: „Als Forchheim sozialdemokratisch wurde".

Kurt Roth, Heimatverein Rheinstetten 2015/22

Fritz Merkler

„Wir wurden ausgenützt, um unsere schöne Jugendzeit betrogen.“

Mündlich an seine Eltern, kurz vor der Auswanderung nach Argentinien.

Geb. in Mörsch, Landkreis Karlsruhe, 1899. Eltern: Victoria und August M.

8 Jahre Volksschule, Lehre in Karlsruhe als Zimmermann. Sofort nach der Gesellenprüfung Einberufung zum Kriegsdienst. Er durfte wieder gesund zurückkehren, ging ca. 1919 auf die Walz, da keine Arbeit zu bekommen war (wie viele andere auch). Ca. 1923 Auswanderung nach Argentinien. Deutsche Fachkräfte waren damals gesucht, hauptsächlich beim Brückenbau.

Familiengründung mit Anna, 3 Kinder.

1972 verstarb er, beigesetzt im deutschen Friedhof in Buenos Aires.

Text: Maria Schweinfurth, Nichte von Fritz

Quelle: Mündl. Überlieferung

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Im Feld, August 1918. Fritz schreibt an seine Schwester, dass er wieder gesund ist und es geht ihm wieder gut. Gretl, seine Schwester, ist 13 Jahre alt.

Heimatverein Rheinstetten 2015/21 – Maria Schweinfurth

Vun owwe runner odder vun unne nuff odder dänewwe

„Wu gehsch noo?", heert ma als monchi froge. „Ich geh niwwer odder naus odder nunner", kriegsch als Ondwort. Oder vun Forche gsehne: „Ich geh nach Mersch nuff oder en de Wall niwwer odder nach Ettlingen naus odder nach Weier nei odder nach Karlsruh nunner". Unseri Mundart isch doo sehr akkurat unn vielfältig, wie mei Zsommeschdellung zaije will.
 
vun unne odder vun drowwe
 
nuff hinauf ruff herauf uff auf
 
nunner hinunter runner herunter unnerm unterm
 
owwe oben iwwer über driwwer darüber
 
unne unten unner unter drunner darunter
 
drowwe oben druff darauf noo heran
 
drunne unten en in weg weg
 
riwwer un niwwer – naus unn nei
 
riwwer herüber hiwwe herüben newwe neben
 
niwwer hinüber driwwe drüben dänewwe daneben
 
vorne vorn vorem vor ihm newwerm neben ihm
 
hinne hinten hinnerm hinter ihm newwere neben ihr
 
naus hinaus auße außen drauße draußen
 
nei hinein inne innen drinn drinnen
 
Paul Rimmelspacher – Heimatverein Rheinstetten – 2015.20

Briefe schreiwä mit de Hond

Wie war es frieher doch vordem,

Kontakt zu halde net so bequem.

Wollt ma de Onnare erraiche,

hat ma Brief gschriwwe als ä Zaiche.

Ich will mit dir in Vabindung bleiwe

un deshalb imma widda schreiwe.

Doch heit, do gibt´s die Meeglichkait,

gonz schnell un mit wennig Zeit,

die Neiigkaide rasch zu sende,

um sich en sei Freind zu wende.

Nemmt ma s Telefon änd Hond,

erraicht ma jeden en unsam Lond.

A mit Fax un Internet,

s dät viel fehle, wenn mas net hätt.

Oins awwa derf net valore geh,

wenn ich a sunscht uff Fortschritt schdeh:

Brief schreiwe, gonz oifach mit de Hond,

s isch vun Mensch zu Mensch ä feschdes Bond.

Hilde Grüßinger, Heimatverein Rheinstetten